WILD How

Qube – Überwindung von Spritzenangst | Design Sprint 19

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Qube – Überwindung von Spritzenangst | Design Sprint 19

Mit dem QUBE hat Produktdesign-Studentin Alicia Lorena Müller ein Produkt entworfen, das eine Marktlücke schließt: Ziel ihres Designsprints war es, ein Hilfsmittel für Kinder zur Überwindung von Angst vor Nadeln/Spritzen zu designen, das sowohl Ablenkung und Beruhigung in akuten Situationen bietet als auch zuhause als Therapiehilfe einsetzbar ist.

WAS IST DAS PROBLEM?

Trypanophobie, allgemein bekannt als Spritzenangst (Blut-Spritzen-Verletzungsphobie), ist die Nummer 1 unter allen Phobien weltweit. Die Zahl der Betroffenen weltweit ist laut Studien von 25% (1995) auf 65% (2012) gestiegen.

In Deutschland sind circa 20-30% aller Kinder betroffen, das entspricht zwischen 2,14 und 3,21 Mio. Betroffenen.

Trypanophobie äußert sich von Fall zu Fall unterschiedlich. Die Folge ist jedoch meist dieselbe: eine Vermeidung von Injektionen, Infusionen, Transfusionen und allen weiteren Prozessen, die eine Spritze/Nadel beinhalten.

Die Phobie entsteht meist bereits ab einem Alter von fünf Jahren. Genau aus diesem Grund setzt der Qube schon in diesem Alter an: Damit sich eine Phobie gar nicht erst manifestieren kann.

PROZESS

Zu Beginn war noch sehr offen, wie ein mögliches Produkt am Ende aussehen könnte, da es noch keine vergleichbaren Produkte auf dem Markt gibt.

Um sich in die Situation hineinversetzen zu können, befragte Alicia mehrere Betroffene und ermittelte aufgrund dieser Interviews Ansatzpunkte, mit denen man ihnen bei der Überwindung ihrer Angst helfen könnte.

DER CUBE – BE CURIOUS

Der Qube ist ein Lernspielzeug, mit dem Zuhause, aber auch unterwegs agiert werden kann. Es soll bei Kindern eine positive Verknüpfung zum Vorgang des Spritzens herstellen, sodass diese erst gar keine Angst vor Nadeln entwickeln. Bei bereits bestehender Angst soll der Qube helfen, neue positive Assoziationen zu knüpfen und somit die Angst zu mildern.

Der Qube besitzt fünf Seiten mit spielerischen Bildern. Auf jeder befindet sich ein anderes Motiv, das entdeckt werden darf. Die Stadtmusikanten geben Tierlaute von sich, das Feuerwerk leuchtet am „Himmel“ auf. Tippt das Kind neben die Klaviatur, spielt das Piano eine Melodie; das Mikrofon singt dagegen ein Lied. Zuletzt hilft der Druck mit der Spritze der Feuerwehr ein Feuer zu löschen oder das Kind kann beobachten, wie sich dank der Interaktion eine Blume dreht.

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Die Spritze ist das Keypiece des Qubes. Sie besitzt eine Metallspitze, die das Metallplättchen in den dafür vorgesehenen Vertiefungen berühren muss, um den Stromkreis zu schließen und somit eine Reaktion auszulösen. Um ein Befüllen und Ausdrücken der Spritze zu simulieren, steckt im Inneren der Spritze ein roter Zylinder, der durch Bewegen des hohlen Kolbens verschwindet oder auftaucht. Dadurch erscheint die Spritze entweder voll oder leer und kann spielerisch verwendet werden. Dieser Vorgang ist allerdings nicht ausschlaggebend für das Auslösen der Reaktion. Er ist rein zur besseren Assoziierung mit einer realen Spritze gedacht.

Zuhause kann der Qube auf seiner Station aufbewahrt werden. Die sechste, motivlose Seite des Würfels wird auf die Induktionsfläche der Ladestation gestellt.

Die Station wird über ein USB-C Kabel ans Stromnetz angeschlossen und dient so als Ladeschale für den mobilen Würfel. Ein eingebauter LED-Ring zeigt dabei an, ob der Würfel leer (rot), im Ladeprozess (orange), oder vollständig geladen (grün) ist.

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Autor
Lydia Münstermann
Lydia schreibt über Designprozesse und unsere Projekte im Bereich Medical Design.

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